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Cascade Loop

North Cascades National Park

Der North Cascades National Park, durch den wir heute durchfahren, ist der am wenigsten besuchte Nationalpark außerhalb Alaskas. Nichtsdestotrotz ist er wunderschön, für uns besonders, weil es endlich mal wieder schön warm ist und um die 30 Grad hat. Die Bergzüge hier werden auch die American Alps genannt und wir kommen uns auch wirklich so vor, als ob wir zuhause im Frühling durch die Alpen fahren. Die Landschaften ähneln sich sehr: bewaldete Berge mit schneebedeckten Felsengipfel, reißende Flüsse und blühende Alpenblumen. Der Nationalpark umfasst 2000 Quadratkilometer im Hochgebirge der Kaskadenkette, die vulkanischen Ursprungs ist. Mehr als 300 Gletscher ragen hier in den Himmel und der Skagit River mit seinen drei großen Stauseen liefert 40 % der von Seattle benötigten Energie. Mit viel Zeit kann man hier herrlich wandern gehen, doch wir spazieren nur an einem kleinen Trail entlang dem Diablo Lake, der uns besonders gut gefällt. Zwischen November und Februar kommen sehr viele Weißkopfseeadler hierher um Lachse zu fangen, heute sehen wir leider nur einen Seeadler seine Kreise ziehen.

 

Wir übernachten in Winthorp, einem kleinen Ort östlich des North Cascades Nationalpark. 1972, als der North Cascades Highway fertiggestellt wurde,  erkannten einige Geschäftsleute der Stadt, dass sie den Tourismus anziehen könnten, indem sie ihre Stadt als Westernstadt restaurieren. So wurden alle Häuser der Hauptstraße im Stil einer Westernstadt aus dem 19. Jahrhundert umgestaltet und man fühlt sich in den wilden Westen versetzt.

Leavenworth

Doch nicht nur der Wilde Westen ist hier aktuell. In einem der nächsten Orte fühlen wir uns fast wie zuhause.

Was Marketing alles vermag, können wir an Leavenworth sehen. Dieser kleine Ort drohte, nach Verlegung der Eisenbahnlinie in den 60er Jahren, zu einer Geisterstadt zu werden. Daraufhin hatten einige Einwohner den Einfall den Ort, ohne erkennbaren Grund, zu einem typischen bayrischen Alpenort umzugestalten. Die Landschaft hier ist unserer sehr ähnlich und so gibt es hier im tiefsten Washington ein alpenländisches Dorf, in dem ein Maifest, ein Oktoberfest und ein Christkindlmarkt abgehalten werden. Sogar ein internationaler Akkordeonwettbewerb wird hier ausgetragen. Der ganze Ort ist so beliebt geworden, dass sich amerikanische und asiatische Touristen am Wochenende durch die Straßen und Geschäfte drängen.

In unserem amerikanischen Führer steht: "Leavenworth delivers high-voltage Bavarian memories: Yodeling, Schnitzel, oom-pa-pa music, Lederhosen and Dirndls-a-plenty."

 Wir finden es recht lustig durch den Ort zu bummeln und erfreuen uns an einer Bratwurst mit Breze.

 

Anschließend überlegen wir noch zum Mount Rainer Nationalpark zu fahren, doch der Regen holt uns ein und so beschließen wir direkt nach Seattle zu fahren. Ich habe schon bei drei Campingplätzen angefragt, die alle vollkommen ausgebucht sind. Unser Navi fährt uns schließlich zu einem Campingplatz, den wir nicht gefunden hatten und dort bekommen wir zumindest für eine Nacht deren letzten Platz.

 

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