Spanien - Andalusien (und Marokko)

Endlich Richtung Süden

 

 

Am Faschingssonntag gehts los. Wir fahren wieder Wohnmobil. Diesmal geht es Richtung Spanien und Marokko. Ursprünglich wollten wir Susi und Frederic in Spanien in ihrem neuen Haus besuchen. Doch leider musste Susis Tochter Anni ins Krankenhaus und so sind Susi und Frederic zurückgekommen. Anni geht es wieder recht gut, doch Susi hilft noch mit den Enkeln. So sind wir komplett auf eigene Faust unterwegs. Vielleicht besuchen wir sie am Rückweg, falls es passt.

 

Nun geht es erst mal bis in den Schwarzwald, wo wir einen kleinen Wanderparkplatz als Übernachtungsplatz finden. Bei Schneesturm kuscheln wir uns in die Decken und die Heizung läuft auch. Hoffentlich wird es bald wärmer.

 

Am nächsten Morgen frühstücken wir in Freiburg. Dort bereiten sich alle auf den Faschingsumzug vor. Wir bummeln ein bisschen durch die Stadt und bevor es anfängt zu regnen, fahren wir wieder weiter. Nachdem wir einen Supermarkt besucht haben, finden wir in der Nähe von Lyon einen kleinen Campingplatz, den Camping des Barolles in Saint Genis-Laval. 

 

Von dort geht es weiter Richtung Süden. Wir halten in Frontignan, schwelgen ein bisschen in Erinnerungen und suchen uns einen kleinen Stellplatz in Port Gruissan. Wir haben einen schönen Platz mit direktem Blick aufs Meer bzw auf ein Inlay. Wir spazieren ein bisschen durch den Ort und genießen die Sonne.

 

Nach einem langem Strandspaziergang geht es am nächsten Morgen weiter Richtung Pyrenäen. Wir wollen zu den heißen Quellen: Les Bains de Saint Thomas. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einen wunderschönen kleinen Ort Villefranche de conflent, den wir uns anschauen. Dies ist eine mittelalterliche Festungsstadt, die am Zusammenfluss von zwei Flüssen unterhalb einer kleinen Burg liegt.

 

Nach einer sehr kurvigen Weiterfahrt in die Pyrenäen hinein, entspannen wir uns in den heißen Quellen von Saint Thomas. Bei 36 Grad verbringen wir zwei angenehme Stunden in dem Bad mitten in der Natur.

Weiter geht es durch die noch schneereichen Pyrenäen an dem Skigebiet La Molina vorbei bis nach Navarcles. Dort ist ein wunderschöner, ruhiger Stellplatz direkt am Fluss, wo wir eine Nacht bleiben.

Spanien

Da wir nördlich von Barcelona nahe an dem berühmten Kloster Montserrat sind, beschließen wir dieses zu besuchen. Wir fahren das zerklüftete Montserratgebirge hoch und kommen zu dem in den Berg hineingebauten Benediktinerkloster. Viele Besucher kommen wegen der Statue der schwarzen Madonna, la Moreneta, die angeblich Wunder bewirkt hat. Richtig kalt ist es hier oben. Durch den eisigen Wind zittern wir uns zu der Basilika. Kurzfristig bekommen wir noch Tickets für die Klosterkirche und sehen die Madonna aus der Ferne über dem Altar.  Das ist schon beeindruckend. Nachdem wir für den völlig überteuerten Parkplatz 20 Euro gezahlt haben mit der Begründung, weil unser Wohnmobil so hoch sei, geht es weiter zu unserem nächsten Ziel: Tarragona

Tarragona

Wir hatten uns mehr von der Stadt versprochen. Die Altstadt ist ganz schön, doch wir haben einige Zeit gebraucht bis wir sie gefunden haben. Und bis auf das recht schön gelegene römische Theater war die Stadt nicht so besonders.

 

Wir suchen einen Campingplatz und fahren zwei verschiedene Plätze an. Beide sind nicht sehr schön gelegen mitten in Hochhäusern, also fahren wir weiter. Schließlich finden wir einen tollen Platz kurz vor Sagunt: Camping Malvarrosa.

Sie haben noch einen Platz frei und wir freuen uns direkt am Meer zu sein. Der Campingplatz hat einige tolle Plätze mit Meerblick, an denen man es wirklich aushalten kann. Leider sind die belegt. Aber trotzdem ist es schön hier. Am nächsten Tag machen wir eine Radtour nach Porto Sagunt und Armin bekommt endlich seinen lang ersehnten Haarschnitt. Wir beschließen noch weitere zwei Nächte hier zu bleiben. 

 

Valencia

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Wohnmobil nach Valencia. Nach einigem Suchen finden wir einen Parkplatz in der Nähe der Universität, direkt vor der Altstadt. Wir nehmen den Hund mit und machen uns auf den Weg.

 

Valencia ist eine tolle Stadt. Sie wurde von den Römern an der Mündung des Rio Turia gegründet und ist über die Zeit zu einem wichtigen Hafen und der drittgrößten Stadt Spaniens geworden. 1958 gab es eine große Überschwemmung und da beschloss der Stadtrat den Fluss Turia um die Stadt herum umzuleiten. Das ehemalige Flussbett ist heute ein wunderschönes Naherholungsgebiet mitten in Valencia geworden. Die Altstadt selbst ist eine spannende Mischung aus Gotik, Barock und Jugendstil. Wir bummeln zur Kathedrale und frühstücken in einem kleinen Café davor in der Sonne, nachdem wir uns mit einer Spanierin fast um einen Tisch gestritten haben. Gottseidank wurden dann zwei Tische frei. 

Anschließend besuchen wir den im Jugendstil erbauten Zentralmarkt, einen der schönsten Märkte, die ich je gesehen habe. Einer von uns wartet mit dem Hund draußen, genießt einen frisch gepressten Orangensaft, und der andere geht in die Markthallen. Wunderschön, was es da alles gibt. Wir sind begeistert, kaufen Schinken und Orangensaft und schlendern dann weiter durch die Altstadt. 

 

Nachdem wir zurück am Wohnmobil sind, sehen wir mit Schrecken, dass wir einen Strafzettel kassiert haben. Wir hatten nicht gesehen, dass die Parkdauer hier begrenzt ist. Tja, so schnell sind 30 Euro weg.

 

Nun fahren wir weiter am ehemaligen Flussbett entlang Richtung Hafen und kommen zur CAC, der Ciutat de les Arts i les Ciencies. Dieses futuristische Stadtviertel der Wissenschaft und Künste schuf vor allem der Architekt Santiago Calatrava. Hier ist das moderne Opernhaus, das Aquarium, das interaktive Museum der Wissenschaften, ein botanischer Garten und vieles mehr zu bewundern. Alles in strahlendem Weiß, was vor dem blauen Himmel einfach toll aussieht.

Als wir zurück zum Wohnmobil kommen, merken wir, dass unsere vordere seitliche Dreiecksscheibe eingeschlagen ist. Gottseidank hat Armin von innen die Türen auch verriegelt, so dass niemand reinkam, aber ärgerlich ist das allemal. Wir melden es der Polizei, doch nachdem nach einer halben Stunde noch keiner kam, fuhren wir zurück zum Campingplatz. Da es schon Abend ist, morgen Sonntag ist, beschliessen wir noch eine Nacht länger auf dem schönen Campingplatz zu bleiben und dann Montag Morgen zu Carglass zu fahren um eine neue Scheibe zu bekommen. 

Also genießen wir noch einen weiteren Tag den Strand, erholen uns, machen eine kleine Radtour und versuchen uns nicht zu sehr zu ärgern. 

 

Die Fahrt durch Andalusien

Wir fahren recht früh los, weil wir möglichst zeitig bei Carglass in Sagunt sein wollen. Wir finden es, doch sie haben die Scheibe hier nicht vorrätig. Allerdings bietet uns der freundliche Mitarbeiter an, für 30 Euro ein Provisorium aus Plexiglas einzupassen. Dann müssen wir bei Carglass anrufen und schauen, wann wir einen Termin bekommen. Eine Stunde später haben wir einen Termin am 2.3. in Malaga. Es kostet 373 Euro. Mal schauen, ob wir das machen. Vorerst fahren wir mit unserem Plexiglas weiter.

Anschließend suchen wir in Sagunt noch die Bank, wo wir den Strafzettel zahlen können. Es gestaltet sich als etwas schwierig, weil die Nummer zum automatischen Einlesen so lang ist, dass das bei keinem Automaten funktioniert. Also müssen wir es per Hand machen und ein netter Bankangestellter hilft uns.

 

Nun können wir endlich weiter. Wir fahren die Autobahn bis nach Ubeda. Stundenlang fahren wir an Olivenbäumen vorbei. Ich habe noch nie soviel Fläche nur mit Olivenbäumen gesehen. Hier wir prozentual das meiste Olivenöl von Europa hergestellt, mehr als in gesamt Italien. Angeblich ist Ubeda eine wunderschöne Renaissance-Stadt und sie hat auch sehr schöne Gebäude, aber irgendwie springt der Funke nicht über.

 

Wir suchen uns hier in der Nähe einen Übernachtungsplatz und finden einen schönen Stellplatz in Sabiote. Mit Blick über die riesigen Olivenhaine nächtigen wir hier sehr gut. Am nächsten Morgen fahren wir noch zu der Olivenölfabrik, die ganz in der Nähe ist und kaufen dort ein.

 

Weiter gehts durch die andalusischen Olivenhaine. Laut unserem Führer gibt es nirgendwo anders auf der Welt größere zusammenhängende Olivenhaine als hier. Die Provinz Jaen zählt weltweit zu den wichtigsten Regionen der Olivenölproduktion. 

 

 

Cordoba

Gegen Mittag kommen wir nach Cordoba, eine Stadt die uns ausnehmend gut gefällt. Wir parken am Rand der Stadt, lassen Timba im Auto und Armin hebt die Fahrräder vom Auto. Ich habe schon vor drei Tagen Eintrittskarten für die Mezquita online gekauft und wir da können wir Timba nicht mitnehmen. 

 

Wir fahren in die Altstadt, die nicht weit entfernt liegt. Cordoba vereint viele verschiedene Einflüsse, die man immer noch an allen Ecken und Enden spürt. die Römer haben Puente Romano hinterlassen, eine riesige Steinbrücke über den Fluss Guadalquivir, die nur zu Fuß betreten werden darf. Wir radeln durch das weiße Gassenlabyrinth des jüdischen Viertels und halten schließlich in der Nähe der Mezquita. Dies ist ein wirkliches architektonisches Wunder: eine ehemalige Moschee aus dem 8. - 10. Jahrhundert, in die im 16. Jahrhundert von den Christen eine ganze Kathedrale hineingebaut wurde. Ein Wald aus 856 Stützen bildet die Säulengänge der Moschee, in deren Mitte die Kathedrale steht. Zwischen den Rundbögen aus der islamischen Zeit erscheint ein christlicher Altar. Selbst der Glockenturm ist das ehemalige Minarett. Selten haben wir so ein tolles Zusammenspiel verschiedener Religionen erlebt. Es ist sehr beeindruckend. 

 

Wir bummeln weiter durch die Juderia, ein verwinkeltes Gassenlabyrinth aus weiß getünchten Häusern, blumengeschmückten Innenhöfen, kleiner Cafés und Bars. Schließlich landen wir auf einer Dachterrasse über der Altstadt mit herrlichem Blick auf die Mezquita.  Wir sind ziemlich begeistert von dieser schönen Stadt. 

 

Wir fahren weiter Richtung Sevilla und finden einen schönen Stellplatz in El Viso del Alcor, kurz vor Sevilla. Er kostet nichts und wir können schön mit dem Hund spazieren gehen. 

Sevilla

Am nächsten Morgen fahren wir gleich in der Früh nach Sevilla. Wir parken auf einem großen Parkplatz neben einem Sportzentrum. Die Stadt erscheint uns sehr groß und so nehmen wir die Räder und Timba bleibt im Wohnmobil. Und wir haben gut daran getan mit dem Fahrrad zu fahren. Die Stadt hat zwar "nur " 690.000 Einwohner, doch uns kommt sie viel größer vor. Sevilla ist die Hauptstadt Andalusiens und berühmt für ihre beeindruckende Mischung aus maurischer und christlicher Architektur. Außerdem ist die Stadt die Wiege des Flamencos. Sevilla hat die größte historische Altstadt Spaniens und viel davon ist Fußgängerzone. 

Wir halten zuerst an der Markthalle, die allerdings nicht so imposant ist wie die in Valencia. Aber wir bekommen ein recht gutes Frühstück dort. Frisch gestärkt fahren wir zu den Sedas de Sevilla. Dies ist eine der größten Holzkonstruktionen der Welt mit einer begehbaren Dachterrasse. Dort gehen wir allerdings nicht hinauf. Wir schauen uns dieses geniale Holzdach von unten an. Es wurde von 2004 bis 2011 anstelle der früheren Markthalle errichtet. 

 

Anschließend fahren wir zu der berühmten, gotischen Kathedrale Santa Maria de la Sede von Sevilla. Ähnlich wie in Cordoba ist auch sie an der Stelle einer früheren Moschee errichtet worden und der Glockenturm Giralda war ursprünglich ein maurisches Minarett. Leider bekommen wir keine Eintrittskarten mehr, denn des ist alles ausgebucht. Das Grabmal von Christopher Kolumbus hätten wir gerne gesehen. 

In der Nähe der Kathedrale liegt auch der Alcazar, das königliche Schloss, das eine der ältesten Schlossanlagen Europas ist. Auch hier waren die Eintrittskarten schon vor Tagen ausverkauft. Leider ist das inzwischen so, dass man überall online vorbuchen muss. Für die Alhambra in Granada haben wir das inzwischen schon gemacht. 

So radeln wir hier durch die wunderschöne Altstadt, das jüdische Viertel Barrio de Santa Cruz mit den engen Gassen und genießen das Treiben. Anschließend besuchen wir noch den beeindruckenden Plaza de Espana, der eingerahmt wird von Gebäuden, die ganz mit Fliesen und Keramiken bedeckt sind. Hier herrscht reges Treiben, wie überall in Sevilla. Am Ufer des Guadalquivir entlang geht es dann zurück an der riesigen Stierkampfarena und an dem alten Wachturm Torre del Oro vorbei zu unserem Wohnmobil. 

Nach Sevilla lohnt es sich ein paar Tage zu kommen. Es strahlt viel Lebensfreude aus und das bunte Leben in den Gassen gefällt uns gut.

 

Nach zwei Tagen Stadtbesichtigung brauchen wir jetzt eine Pause und ich finde einen Campingplatz am Atlantik, nördlich von Cadiz, den Camping Playa Aguadulce. Hier sind zwar viele Dauercamper, aber es sind nur wenige Schritte zu einem herrlichen Strand, an dem wir wunderbar einen Tag entspannen können. 

 

Cadiz und Tarifa

Wir starten vor dem Frühstück, da wir vormittags in Cadiz sein wollen. Hier in Andalusien haben die Geschäfte immer so bis um 14.00 offen und dann erst wieder ab 17.00. Also nutzen wir die Zeit vormittags. Cadiz gilt als älteste Stadt auf dem europäischen Festland. Es wurde im 8. Jahrhundert vor Christus von den Phöniziern gegründet.  Danach kamen und gingen die Karthager, Römer, Westgoten und die Mauren. Ihre Glanztage erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert als Handelsmetropole und Zentrum für Forschungsexpeditionen, besonders nach Amerika. Christopher Kolumbus startete von hier seine zweite große Reise. 

Cadiz liegt auf einer Landzunge und wir fahren über eine riesige Brücke um zur Altstadt zu gelangen. Da wir heute zu Fuß unterwegs sind, nehmen wir Timba mit. Zuerst einmal frühstücken wir in einem netten kleinen Café vor der sehr imposanten Kathedrale. Danach bummeln wir durch die Markthallen. Mit allen Sinnen nehmen wir hier besonders den Fischmarkt wahr. Toll hergerichtet bekommt man so richtig Lust den frischen Fisch zu kaufen. Anschließend bummeln wir durch die Altstadt. Es gefällt uns recht gut, nicht so groß wie Sevilla, aber durchaus sehr lebendig. Die Gassen sind eng und alle Häuser haben auch noch vorgesetzten Balkone, die miradores, die vor der Feuchtigkeit und den Winterstürmen schützen.

 

Nun fahren wir am Meer entlang bis nach Tarifa, der südlichsten Stadt des europäischen Festlandes. Sie ist heute eine Hochburg der Kitesurfer. Leider finden wir keinen Parkplatz und so steige ich nur kurz aus um ein, zwei Fotos zu machen und weiter gehts Richtung Malaga. 

 

Ich habe einen kleinen Stellplatz bei einer Privatperson, Alfonso, rausgesucht und uns dort angemeldet, 8 Kilometer oberhalb von Malaga. Dorthin geht es jetzt. Nach einem Blick vom Fahrersitz aus aufs Navi, meint Armin, wir fahren den kürzeren Weg. Und - off we go. Zuerst ist die Straße noch ganz ok, dann ist sie noch geteert, dann ist sie nicht mehr geteert und nun wird sie auch noch extrem steil. Umdrehen ist auch keine wirkliche Option, weil kein Platz da ist. Also stolpern und rutschen wir weiter so dahin. In einer scharfen, steilen Kurve kracht es plötzlich hinten und Armins beide Schubladen fallen raus. Timba jault auch schon. Da endlich sehen wir in der Ferne wieder eine Teerstraße. Doch wie kommen wir dahin? Armin meint, wir schaffen das. Und wirklich: nach einer gefühlten Unendlichkeit kommen wir auf die eigentliche Straße und dann sehen wir schon die Einfahrt zu Alfonso. Der nächste Schreck: es sieht sehr nach einer Abstellhalde aus. Doch weiter hinten hat er einen sehr schönen Wohnmobilstellplatz hergerichtet und wir haben einen Traumblick in die umliegenden Berge. Es hat sich gelohnt. Timba hat einen Freund gefunden, Alfonso hat einen riesigen, aber lieben Hund und wir haben eine sehr ruhige Nacht.

Malaga

Am nächsten Morgen fahren wir die normale Straße runter nach Malaga. Die Stadt hat ungefähr 600000 Einwohner und ein sehr interessantes Kulturleben, z.B. ist es die Geburtsstadt von Pablo Picasso. Wir finden, dass sich Malaga in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert hat. Der Hafen ist neu gestaltet und hat jetzt eine wunderschöne Promenade. Irgendwie erinnert mich die Stadt ein bisschen an Marseille, obwohl sie ganz anders ist. 

 

Wir finden einen Parkplatz neben dem Stadion, sichern das Wohnmobil, gehen noch kurz mit Timba und nehmen die Räder und fahren Richtung Altstadt. Es ist eine sehr lebendige Innenstadt und es sind unheimlich viele Leute unterwegs. Wir hören viel amerikanisches Englisch. Die Altstadt ist sehr schön. Der komplette Boden der vielen kleinen Gassen ist aus Marmor. Eine große Kathedrale ist auch hier am Ort der einstigen Haupt-Moschee errichtet worden. Die christlichen Eroberer mussten natürlich ihre Überlegenheit demonstrieren und es bauten ab 1528 die riesige Kathedrale. Nach 250 Jahren mussten die Arbeiten aus Geldmangel eingestellt werden und so wurde der zweite Turm nie vollendet. Auch heute noch heißt die Kathedrale "la Marquita", die Einarmige. 

Wir radeln durch die vielen kleinen verwinkelten Gassen zum Hafen und schauen uns den Muelle Uno an. Das ist die neue Flaniermeile der Stadt, die sehr gelungen verwirklicht wurde. Am Ende der Promenade steht ein Kubus mit bunten Glaselementen, ein Ableger des Centre Pompidou von Paris, das Kunst aus dem 20/21. Jahrhundert präsentiert.

 

Da heute Samstag ist, machen alle Geschäfte um 15. 00 Uhr zu und wir essen noch eine Kleinigkeit bei einem guten Mexikaner in der Altstadt. Er macht auch gute Margaritas.

 

Anschließend fahren wir weiter an der Küste entlang Richtung Osten. Hier habe ich einen Campingplatz in einem kleinen Ort am Meer rausgesucht,  der Campingplatz Cerro Gordo in Herradura bei Almunecar. Wir bekommen einen recht schönen Platz, nehmen Timba und gehen am steinigen Strand entlang spazieren. Es gefällt uns recht gut hier, vor allem sind neben uns recht nette Deutsche aus dem Rheinland, die es immer lustig haben.

Granada

Am nächsten Morgen geht es nach einem gemütlichen Frühstück nach Granada. ich habe noch Karten für die Alhambra ergattert und die gelten heute. Unsere Nachbarn sind ganz neidisch, weil sie es auch versucht haben, aber leider kein Glück hatten.

Schon allein die Fahrt in die Gebirgslandschaft der Sierra Nevada ist wunderschön. Wir sind etwas über eine Stunde unterwegs und finden dann einen guten Parkplatz nicht weit von der Innenstadt. Man muss sich ja immer erst mal orientieren in einer neuen Stadt und Granada ist viel großer als wir dachten, ca  230000 Einwohner. Wir lassen Timba im Auto und schwingen uns auf die Fahrräder.

 

In der andalusischen Geschichte nimmt Granada eine besondere Rolle ein, denn hier konnten sich die maurischen Eroberer am längsten halten. Erst 1492 fiel mit dem Sultanat von Granada die letzte nordafrikanische Bastion auf der iberischen Halbinsel. Allein die Altstadt gefällt uns schon ausnehmend gut. Es ist heute Sonntag und trotzdem tobt überall das Leben. Am Fluss entlang ist gerade eine religiöse Prozession. und es ist sozusagen unmöglich mit dem Fahrrad daran vorbeizukommen. An der Plaza Nueva wird zu schöner Musik getanzt: Walzer und Chachacha.

 

Wir radeln ein bisschen kreuz und quer, finden die beeindruckende Kathedrale, gehen einen Kaffee trinken und suchen den Eingang zur Alhambra. Und das gestaltet sich als schwierig, denn es gibt zwei Eingänge von der Altstadt aus, doch nicht einmal im Touristenoffice wissen sie, dass der Eingang, zu dem sie uns schicken, gesperrt ist. Also den ganzen Weg, die Prozession umgehend, zurück bis wir das Eingangstor finden. Wir sperren die Räder ab und nun keuchen wir bergauf, denn die Alhambra liegt hoch über der Stadt auf dem Sabikha-Hügel auf 740m. Die Alhambra besteht aus mehreren Palästen, von denen der älteste die Alcazaba ist. Dies ist eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, die der Verteidigung diente. Anschließend sehen wir uns den Renaissancepalast Karls V von 1526  und die tollen Gartenanlagen Generalife an. Um 15.00 ist unser Zeitfenster für die Nasridenpaläste. Das ist ein wirkliches Highlight. Sie sind ein Meisterwerk maurischer Architektur und die ehemalige Residenz der Nasriden-Sultane. Sie beeindrucken durch kunstvolle Stuckarbeiten und Holzschnitzereien durch Wasserspiele und wunderschön gestaltete Innenhöfe. Die Paläste spiegeln den Höhepunkt islamischer Kunst auf der iberischen Halbinsel wieder. Wir sind ganz begeistert, sowohl von dem Bauwerk als auch von den Ausblicken aus den stuckverzierten Fenstern auf die verschneiten Gipfel der Sierra Nevada. 

 

Nun haben wir erst einmal genügend neue Eindrücke für einen Tag gewonnen und es geht zurück zu unserem Campingplatz am Meer. Timba freut sich noch einmal am Strand Spazierengehen zu können. 

 

Eine neue Scheibe

 

Am nächsten Morgen fahren wir ohne Frühstück los nach Fuengirola. Dort haben wir heute einen Termin bei Carglass für unsere neue kleine Seitenscheibe. Wir sind pünktlich dort und kommen auch gleich dran. Der Mitarbeiter meinte, sie brauchen eine Stunde und so gehen wir solange frühstücken. Wir besuchen noch den spanischen Lidl und als wir zurückkommen ist alles fertig. 300 Euro hat uns der Spaß gekostet, aber so ist es doch leiser zu fahren als mit Plexiglasscheibe. 

Ronda

Auf der Küstenstraße fahren wir durch Malaga und hatten uns eigentlich überlegt, dass wir uns Marbella anschauen. Doch wir finden keinen Parkplatz und haben weder Lust ewig zu suchen, noch irgendwo weit weg zu parken. Außerdem machen die Läden eh um 14 Uhr wieder alle zu und dann erst um 17.3.0 wieder auf.

 

Also fahren wir bei Marbella Richtung Berge nach Ronda und stellen uns dort auf einen recht schönen Stellplatz, ca 2 Kilometer weg von der Stadt. Wir packen Timba und marschieren in die Stadt. Ronda beeindruckt durch seine atemberaubende Lage auf einem Felsplateau, welches durch eine 160 Meter tiefe Schlucht El Tajo in zwei Teile geteilt wird. Die Stadtteile selbst sind dann durch drei Brücken miteinander verbunden. Wir steigen hinunter zu dem Viewpoint, da darf man mit Hund hin. Armin geht dann noch weiter in die Nähe der Brücke, doch leider ist der Weg entlang dem Fluss gesperrt. Und dann müssen wir alles wieder hoch marschieren. Wir schnaufen ganz schön. Ronda selbst ist eine nette kleine Stadt mit einer schönen Fußgängerzone, die uns gut gefällt. Bevor wir den langen Rückweg antreten, essen wir noch in einer kleinen Bar einige Tapas. 18000 Schritte sind wir heute gelaufen und wir freuen uns auf unser Bett.

Jerez de la Frontera und eine schwierige Entscheidung

Am nächsten Morgen fahren wir eine kleine Straße durch herrliche Landschaft nach Jerez de la Frontera. Es ging vorbei an einigen Seen, hunderten von Schafen und zwei der berühmten weißen Dörfer. Eine tolle Strecke. Wir finden einen bewachten Parkplatz am Rande der Stadt und marschieren mit Timba Richtung Innenstadt. hier gibt es einige Bodegas, die Sherry herstellen, doch wir besuchen keine. Wir bummeln durch das kleine Städtchen, gehen auch noch etwas Essen und probieren als After-dinner-drink noch den hiesigen Sherry. 

 

Ich telefoniere mit meiner Mutter. Mein Vater ist ja letzte Woche gestürzt und hat einen Oberschenkelhalsbruch. Bisher war es unklar, ob er auf Reha geht, doch heute habe ich mit der Ärztin gesprochen und sie meinte, das er nicht fit genug sei für die Reha. Aus diesem Grund beschließen wir zurück zu fahren und Marokko irgendwann anders zu besuchen. Ich würde mich nicht wohl fühlen noch weiter weg zu fahren und es würde auch noch länger dauern zurückzufahren. 

Wir sind traurig, ärgern uns und entscheiden uns aber für die Familie. 

Unsere Rückfahrt: Salamanca, Cap Breton und Dole

Wir überlegen, wie wir zurückfahren und beschließen die im Land gelegene Autobahn zu nehmen. Wir wollen in Salamanca übernachten, einer wunderschönen Universitätsstadt, die wir schon kennen und die uns unheimlich gut gefällt. 

Der kleine Campingplatz vor Salamanca, Don Quijote, hat noch unsere Daten von vor sieben Jahren und wir haben eine gute Nacht. Am nächsten Morgen fahren wir in die Stadt und bummeln durch die Gassen. Die Stadt ist ganz aus gelbem Sandstein gebaut und mit den vielen alten Häusern wirkt sie sehr mittelalterlich. Die im 12. Jahrhundert gegründete Universität war ein kulturelles und intellektuelles Zentrum und auch heute noch sind ein Viertel der Einwohner Studenten und prägen das Stadtbild. 

 

Leider haben wir nur kurz Zeit, denn bald geht es weiter quer durch Spanien und die Pyrenäen bis zum Cap Breton, wo ich einen offenen Campingplatz gefunden habe. Der liegt im Pinienwald hinter den Dünen und gefällt uns um diese Jahreszeit sehr gut. Im August wollen wir hier nicht sein. In Frankreich haben viel weniger Campingplätze offen als in Spanien, doch die Stellplätze am Atlantik sind gut gefüllt. Uns gefällt es nur nicht Wohnmobil an Wohnmobil zu stehen, deshalb suchen wir uns immer lieber einen Campingplatz. Wir gehen Abendessen und am nächsten Morgen geht es quer durch Frankreich bis in die Nähe von Chalon sur Saone. Hier finden wir einen Platz in Tournus, einen Campingplatz, der voll ist und erst vor vier Tagen aufgemacht hat. Wir bekommen die letzten Platz. Der Besitzer erzählt uns, dass sein Platz gerne als Stopp auf dem Weg nach Spanien genommen wird.

 

Am nächsten Tag geht es dann durch den Schwarzwald nach Hause. Leider eine kürzere Reise als vorgesehen, aber Andalusien war wirklich schön.